Die Frau am Jakobsbrunnen

Die Samariterin in der Bibel

Wer war die Samariterin?

Die Samariterin ist eine Frau, die Jesus am Jakobsbrunnen begegnet. Ihr persönlicher Name wird in der Bibel nicht überliefert. Zur Zeit Jesu ist das Verhältnis zwischen Juden und Samaritern belastet. Es gibt religiöse, kulturelle und historische Spannungen. Juden meiden den Kontakt mit Samaritern oft bewusst.

Die persönliche Lebensgeschichte der Samariterin ist komplex. Wir erfahren im neuen Testament, dass sie fünf Männer gehabt hat und der Mann, mit dem sie nun lebt, nicht ihr Ehemann ist. 

Und doch wird aus dieser Begegnung am Jakobsbrunnen eines der tiefsten theologischen Gespräche des Johannesevangeliums.

Was bedeutet die Samariterin?

Der Begriff „Samariterin“ bezeichnet eine Frau aus Samarien. Samarien lag zwischen Judäa im Süden und Galiläa im Norden. Die Samariter hatten eine eigene religiöse Tradition und wurden von vielen Juden nicht als gleichwertige Glaubensgeschwister angesehen.

die Geschichte der Samariterin in der Bibel

Jesus kommt an den Jakobsbrunnen

Die Geschichte der Samariterin steht im Johannesevangelium. Jesus ist auf dem Weg von Judäa nach Galiläa und kommt durch Samarien. Bei der Stadt Sychar setzt er sich müde an den Jakobsbrunnen.

Dort kommt die Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Es ist etwa die sechste Stunde, also Mittagszeit. Oft wird darin ein Hinweis gesehen, dass sie anderen Menschen aus dem Weg geht, denn Wasser holte man normalerweise eher morgens oder abends, wenn es kühler war.

Jesus beginnt das Gespräch mit einer einfachen Bitte: „Gib mir zu trinken.“ Schon das ist ungewöhnlich. Denn er ist Jude, sie ist Samariterin. Zwischen Juden und Samaritern gab es tiefe religiöse und gesellschaftliche Spannungen.

Lebendiges Wasser

Aus dieser Bitte entwickelt sich ein tiefes Gespräch. Jesus sagt der Frau, dass er ihr „lebendiges Wasser“ geben kann. Zunächst versteht sie ihn wörtlich: Wie soll er Wasser schöpfen, wenn er kein Gefäß hat?

Doch Jesus spricht von einem tieferen Durst. Wer von dem Wasser trinkt, das er gibt, wird nicht wieder dürsten. Dieses Wasser wird zu einer Quelle, die ins ewige Leben fließt.

Dann bittet Jesus sie, ihren Mann zu holen. Die Frau antwortet: „Ich habe keinen Mann.“ Jesus bestätigt ihre Antwort und spricht aus, dass sie fünf Männer hatte und der Mann, mit dem sie jetzt lebt, nicht ihr Mann ist.

Die Samariterin lenkt das Gespräch auf eine religiöse Frage: Wo soll man Gott anbeten – auf dem Berg der Samariter oder in Jerusalem?

Jesus antwortet, dass eine Zeit kommt, in der es nicht mehr vor allem um den richtigen Ort geht. Gott sucht Menschen, die ihn „im Geist und in der Wahrheit“ anbeten.

Die Samariterin wird zur Zeugin für den Messias

Die Frau sagt, dass sie weiß, dass der Messias kommen wird. Darauf offenbart sich Jesus: „Ich bin’s, der mit dir redet.“

Als die Jünger zurückkommen, lässt die Samariterin ihren Wasserkrug stehen und läuft aufgeregt in die Stadt. Sie sagt zu den Menschen: „Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Ob er nicht der Christus sei?“

Die Frau am Jakobsbrunnen wird so zu einer der ersten Zeuginnen Jesu im Johannesevangelium.

Über den Durst nach Wahrheit und Würde

Was können wir heute von der Samariterin lernen?

Die Geschichte der Samariterin ist eine Geschichte von dem Durst nach Wahrheit und neuer Würde. Sie zeigt: Jesus begegnet Menschen nicht nur an heiligen Orten, sondern mitten im Alltag. Am Brunnen. Auf dem Weg. In einem Moment, in dem man vielleicht gar nicht mit Gott rechnet.

Ein innerer Durst, den kein Mensch stillen kann

Die Samariterin kommt zum Brunnen, um Wasser zu holen. Doch Jesus spricht einen tieferen Durst an. Den Durst nach Liebe. Nach Zugehörigkeit. Nach einem Leben, das nicht immer wieder leer wird. Viele Menschen kennen diesen Durst: Man versucht, ihn mit Beziehungen, Leistung, Anerkennung, Kontrolle oder Ablenkung zu stillen. Und doch bleibt etwas offen.

Jesus macht der Samariterin kein oberflächliches Angebot. Er bietet ihr nicht nur Trost für einen Moment, sondern „lebendiges Wasser“. Eine Quelle, die tiefer reicht als das, was Menschen einander geben können.

Heilung beginnt mit Ehrlichkeit

Gleichzeitig zeigt die Geschichte: Heilung beginnt mit Ehrlichkeit. Die Samariterin weicht der Frage nach ihrem Mann aus, doch Jesus spricht die Wahrheit aus.  Er kennt ihre Geschichte, aber er reduziert sie nicht darauf.

Das ist auch für uns heute wichtig. Viele Menschen tragen Geschichten mit sich herum, über die sie ungern sprechen: zerbrochene Beziehungen, Schuld, Scham, Enttäuschungen, Umwege, Entscheidungen, die sie bereuen. Die Samariterin zeigt: Jesus muss nicht erst eine perfekte Version von uns treffen. Er begegnet uns dort, wo wir wirklich sind.

Und dann geschieht etwas Bemerkenswertes: Die Frau lässt ihren Wasserkrug stehen. Das, wofür sie gekommen war, tritt in den Hintergrund. Sie hat etwas gefunden, das wichtiger ist. Sie läuft in die Stadt zurück – genau zu den Menschen, vor denen sie sich vielleicht versteckt hatte – und erzählt, was ihr geschehen ist.

Ihr Zeugnis ist nicht perfekt ausformuliert, es ist überhaupt nicht geplant. Es ist ehrlich. Authentisch. Persönlich bewegt. Genau das macht es glaubwürdig.

Bücher über die Samariterin

Eine tiefgründige, erzählende Reflexion über die spirituelle Befreiung und die gesellschaftliche Emanzipation der Samariterin.

Als Taschenbuch

Weitere Bücher über die Samariterin

The Well: A Novel (Stephanie Landsem)
Nur auf Englisch
Mehr erfahren

Journey to the Well (Diana Wallis Taylor)
Nur auf Englisch
Mehr erfahren

Filme über die Samariterin

Die Serie The Chosen widmet das gesamte Finale der ersten Staffel dieser Geschichte. Die Schlüsselszene am Brunnen gilt als einer der stärksten Momente der Serie.

Als DVD, Bluray und bei Prime

Entdecke weitere Frauen der Bibel

Lerne weitere bekannte und weniger bekannte Frauen und ihre Geschichten kennen.

>> Alle Frauen im Neuen Testament entdecken

Maria Magdalena

Sie ist eine der treuesten Begleiterinnen Jesu und bleibt auch in der dunkelsten Stunde am Kreuz in seiner Nähe. An Ostern wird sie zur ersten Zeugin der Auferstehung.

Lydia

Lydia, eine wohlhabende Händlerin, öffnet ihr Herz für den christlichen Glauben. Ihr Haus wird ein Ort der Gastfreundschaft und Anfangspunkt der Gemeinde in Philippi.

Maria

Maria wird bis heute als Mutter von Jesus besonders verehrt. Ihre Geschichte erzählt von Vertrauen, Hingabe und einer außergewöhnlichen Berufung.
Wöchentliche Inspiration - für Dich und Dein Leben

Du möchtest die Frauen der Bibel besser kennen lernen? Unser Newsletter stellt dir jede Woche eine biblische Frau vor. Inklusive spiritueller Inspiration für dein Leben!

Fehlt dir eine Frau der Bibel?

Kennst du eine Frau aus der Bibel, die auf dieser Webseite noch fehlt? Dann schreibe uns eine Nachricht. Wir ergänzen dann unsere Webseite zeitnah!

Unter allen Einsendungen verlosen wir regelmäßig kleine Überraschungen für unsere Leserinnen.

Wo steht die Geschichte der Samariterin in der Bibel?

Die Geschichte der Samariterin steht im Johannesevangelium, Kapitel 4, Verse 1–42. Dort begegnet Jesus der Frau am Jakobsbrunnen bei Sychar in Samarien.

Die Bibel nennt ihren Namen nicht. Sie wird deshalb meist „die Samariterin“ oder „die Frau am Brunnen“ genannt. Ihr fehlender Name macht ihre Geschichte universell: Viele Menschen können sich in ihrer Sehnsucht, ihren Fragen und ihrer Begegnung mit Jesus wiederfinden.

Die Bibel berichtet, dass die Frau fünf Männer hatte und mit einem Mann lebt, der nicht ihr Mann ist. Sie erklärt aber nicht genau, warum ihr Leben so verlaufen ist. Deshalb sollte man vorsichtig sein, sie vorschnell zu verurteilen. Entscheidend ist: Jesus kennt ihre Geschichte und begegnet ihr trotzdem mit Wahrheit, Würde und Annahme.

Das „lebendige Wasser“ steht für das Leben, das Jesus schenkt. Es geht nicht um gewöhnliches Brunnenwasser, sondern um eine innere Quelle: Gottes Gegenwart, ewiges Leben, Erfüllung und eine Beziehung zu Gott, die tiefer reicht als äußere Sicherheiten.

Der Wasserkrug steht für den Grund, aus dem sie zum Brunnen gekommen war. Als sie Jesus begegnet, wird etwas anderes wichtiger. Sie lässt den Krug stehen und läuft in die Stadt, um anderen von Jesus zu erzählen. Das zeigt: Ihre Begegnung hat sie innerlich bewegt und verändert.

Sie ist wichtig, weil Jesus sich ihr als Messias offenbart und sie danach zur Zeugin für ihn wird. Durch ihr Zeugnis kommen viele Menschen aus ihrer Stadt zu Jesus. Damit zeigt ihre Geschichte, wie Gott gerade durch Menschen wirkt, die andere vielleicht übersehen hätten.